Der etwas andere Geburtstag

Feiert bei uns Euren Geburtstag! Für Kinder und Jugendliche bieten wir Klettergeburtstage im Kletterzentrum Allgäu in Rieden am Forggensee an. Mit viel Spaß, verschiedenen Kletter- und Boulderspielen und leckerem Geburtstagskuchen könnt ihr unter der Anleitung eines Trainers feiern und klettern. Wir bieten Euch:

  •  2,5 Stunden Kletter- und Boulderprogramm
  • Trainer
  • Leihmaterial
  • Geburtstagsdekoration

Bis zu 6 Kindern oder Jugendlichen 119,00 Euro, jedes weitere Kind 19,00 Euro

 

Wünsche und Fragen zur Dekoration, Verpflegung und zum Termin könnt ihr persönlich und individuell mit uns vereinbaren. Einfach anrufen unter 08362-940187 oder eine Mail an kletterhalle@alpenverein-fuessen.de schicken.

Wir freuen uns auf Euch!

Kletterherbst 2011

„Sending Season“

Das Jahr neigt sich dem Ende, die Tage werden kürzer, ab Mitte August gibt’s Schoko-Nikoläuse im Supermarkt, es wird Herbst.
Zum Glück fallen im Herbst nicht nur die Blätter, sondern dank stabilerem (stabil schönem!) Wetter und trockenem und kühlen Verhältnissen auch ein paar Projekte.
Es ist wieder mal Sending Season!

Einen sehr spannenden Herbst hatte ich 2011, hier ein paar Highlights:

Last Call for Mr. Gotschke, Mr. Gotschke please!

Dieser Aufruf war Anfang Oktober in meinem Kopf sehr deutlich zu hören, der große Tag stand an, denn am 8. wurde geheiratet. Die Wettervorhersage war nicht mehr so gut und zwischen Hochzeit und Flitter(Boulder)wochen war noch mal 10 Tage strenges Arbeiten angesagt.
Mit dieser Deadline im Hinterkopf machte ich mich daran, ein Boulderprojekt abzuschließen, dass seit längerem auf der Wunschliste stand.

An der Quellwand bei Freidorf hatte ich schon ein, zwei Mal an einer Linie rumgefingert, aber bisher entweder bereits plattgeklettert, halbnass (der Fels) und/ oder einfach zu schwach (ich). Außerdem war ein Griff recht bröselig und bei ernsthaften Versuchen brach immer irgendein Krümel ab. 2011 war nun eher ein Boulder-Jahr und bis auf eine Sehnenscheidenentzündung im Sommer recht gut verlaufen. An einem Regentag hatte ich mich dem Bröselgriff angenommen und die instabile Fläche fixiert. Es konnte also losgehen.
Bei den darauffolgenden Bouldertagen zeigte sich der Boulder als sehr schönes Problem aber auch widerspenstig genug, dass ich genug Möglichkeiten hatte, auf der Strecke Füssen-Freidorf einen neuen Rekord in der Ducato-Klasse aufzustellen.
Zum Glück fiel der Groschen und mit ihm der Boulder rechtzeitig genug damit ich mir vor der Eheschließung etwas Ordentliches Anziehen konnte. (Anekdote am Rand: wer sich erinnern möchte, es gab im Herbst ´11 genau einen Tag mit Schlechtwetter, ratet mal, wann wir geheiratet haben! War trotzdem, oder gerade deswegen ein superschöner Tag!!!)


Der entstandene Boulder hört seitdem auf den Namen „Last Call (7c/+ bloc)“ und freut sich an trockenen Tagen auf Besucher mit Freude an athletischen Zügen. Ihr findet ihn an der Quellwand, Einstieg bei Full Contact, Ausstieg von Crossover.

Albarracin, Volume 2

Sozusagen als Flitterwochen besuchten wir, also meine frischgebackene Ehefrau Katharina (hochschwanger!) Hund und ich zum zweiten Mal das spanische Bouldermekka Albarracin. Im Vorjahr hatte ich die Katharina nur mit der Aussicht auf dieses Bouldergebiet vom Wellenreiten an der baskischen Küste weglocken können (um mich vor dem Tod durch Ertrinken oder Frustalkoholismus zu bewahren) und hatten dann gleich drei fantastische Wochen mit einer recht ansehnlichen Strecke (nicht Kilometer, das schon auch, aber vor allem heißt im Jagdjargon die Jagdbeute Strecke!)


2011 hatte ich mir gedacht: „mit hochschwangerer Frau musst du was Sicheres machen“, also auch keine Experimente bei neuen Gebieten (wer weiß, was die dir da vorsetzen) und Krankenhäuser haben die in Spanien ja auch. Die Strecke (sowohl in Kilometer, als auch die erboulderte) war super, etwa 20 Boulder zwischen 7a und 7c in zwei Wochen, dann hat´s zum Regnen angefangen. Ja und nachdem noch Urlaub übrig war, hab ich mir noch eine Boulderwand in die Garage gebaut und beim Allgäu-Cup als Trainer und Athlet jede Menge Spass gehabt (Bouldern und Boulderwandbau mit reichlich Autofahren dazwischen scheint das Erfolgsrezept für Wettkämpfe zu sein!). Spitzen-Urlaub!!!

000 (Triple Zero)

Schon früher war mir aufgefallen, dass ich den Prozess, mich in psychisch anspruchsvollem und potentiell gefährlichem Gelände zu testen und eben nicht nur eine athletische Turnübung abzuliefern, unheimlich reizvoll finde. Solos, Begehungen bis E8, einige Highballs, anspruchsvolle Alpin- und Eisklettereien, immer wieder reizt mich der mentale Aspekt des Kletterns und diese wohlüberlegten Abenteuer bereichern mein Klettern und mich als Mensch ungemein, nirgends lerne ich mehr.
Nun hatte ich im Sommer 2011 beim Bouldern am Kammeregg im linken Augenwinkel eine schöne, logische Linie entdeckt. Eine Querung und ein kurzes Dach führen zu einer stumpfen Kante mit interessanten aber sehr wackligen Bewegungen. Eine ausgiebige Session am Fixseil und eine weitere im Toprope brachten die Erkenntnis: ganz und gar nicht geschenkt, aber das geht und es geht clean!

Allerdings brachte erst der Bouldertrip nach Albarracin das Selbstbewusstsein und die Sandsteinpower, der geniale Herbst die Verhältnisse und Black Diamond mit dem Triple Zero- Minifriend als entscheidendes (bescheidenes) Sicherungsmitel die Voraussetzungen für die konkrete Umsetzung.
Bereits am Ende des zweiten Tages am Kammeregg, nach ausgiebigem Tüfteln und Vorbereiten entschloss ich mich zum Klettern am scharfen Ende des Seils.
Zwei Minuten später war „000 (E7/8 oder 7c+RX)“ durchstiegen und das Allgäu um eine (seine erste?) Trad-Route bereichert.

Damit ging ein tolles Kletterjahr zu Ende, ein kalter, langer Winter folgte. Am 2.1.2012 war der bisher schönste Tag meines Lebens, der erste Schrei des eigenen Kindes stellt jeden sportlichen Erfolg in den Schatten.

Trotzdem bleibt Klettern mein Lebensstil und mein Sport und ich freu mich auf die nächsten Abenteuer mit guten Freunden am Fels!