Ein Auge auf’s Detail!

Vor einigen Wochen erschütterte der tragische und fatale Unfall des italienischen Jungstars Tito Traversa die Kletterszene. Wir waren gerade erst von einem Klettercamp mit unserer Kletter- und Trainingsgruppe mit Kindern und Jugendlichen im gleichen Alter zurück und so war die Nachdenklichkeit und Erschütterung nochmal eindrücklicher. Ein kleiner Fehler, der absolut jedem passieren könnte, eine dramatische Verkettung von unglücklichen Zufällen und aus einem fantastischen Sport wird ein absoluter Alptraum, ein Leben endet zu früh und Menschen werden nie wieder lachen können …

Nun werden sicher wieder besonders Schlaue in Gesprächen und Foren von sich geben, dass das mit einem ordentlichen Partnercheck nicht passiert wäre!

Aber: Kein Mensch hat bis jetzt vor dem Start eines jeden Klettertages jede seiner Expressen geprüft, geschweige denn sein restliches Material. Auf Kursen und Lehrteams-Veranstaltungen und natürlich erst recht im Kletteralltag in unserer Halle und in den Gebieten der Region sieht man jeden Tag Sicherungsfehler und Fehlanwendungen, veraltetes, verschlissenes Material und einen sehr laxen Umgang mit Empfehlungen, Standards und Lehren. Eine permanente Paranoia und Misstrauen kann keiner wollen, wir gehen ja schließlich zum Spass klettern! Aber neben dem standardmäßigen und präzisen Anwenden von risikominimierenden Strategien (Partnercheck etc.) müssen wir zusätzlich bei uns und in unserer Umgebung auf die versteckten und tückischen Details achten. Gerade bei absoluten Routine-Handlungen!

Die letztendliche Motivation auf dieses Thema hier einzugehen, gab übrigens ein kleines aber doch sehr wachrüttelndes Erlebnis in der letzten Woche. Ich habe momentan fast jeden Tag Kletterausrüstung in Verwendung, sei es privat, auf Führungen oder zum Erschließen von Klettergartenrouten oder Wartungsarbeiten in der Halle. Und so unangenehm es auch ist dies zuzugeben, es schleicht sich eine gefährliche Routine ein:

Klettergarten Zamonien in Füssen. Ausbouldern einer Route im Bereich 8a, vierter Haken. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon dreimal im Seil gesessen. Mein Sicherungspartner erschrickt und bittet mich, mich zu fixieren. Da ich ihm zu 100% vertraue, reagiere ich sofort und fixiere mich ohne Rückfrage und Zögern mittels einhändigem Mastwurf auf die nächste Expresse. Das GriGri, das wir in Verwendung haben – mein absolutes Lieblings-Sicherungsgerät, ist falsch einlegt! Aber nicht das Seil im Gerät, sondern das Gerät im Karabiner. Kollegen haben mir davon schon erzählt, nun passiert es mir selber. Wir lösen das Problem und klettern weiter. Die „Schuld“ dafür nehme ich voll auf mich, das hätte ich beim Partnercheck sehen müssen. Ich bin froh, einen Partner zu haben, den eine ungewohnte Haptik und ein ungewohntes Klappern alarmiert haben und nochmal ohne blaues Auge etwas gelernt haben zu dürfen. Nicht auszudenken, was beim Ablassen aus großer Höhe oder durch einen kleinen Seilkrangel hätte passieren können.

Ein tückischer kleiner Fehler, zum Glück mit einem sehr fehlerverzeihenden Gerät! Die Bilder zeigen gut, dass es tatsächlich einen sehr präzisen Blick braucht um diesen Fehler zu sehen, gerade wenn das Gerät mit der Hand teilweise verdeckt ist.

GriGri Sicherungsfehler GriGri Sicherungsfehler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses eigentlich kleine Ereignis hat mich an diesem Tag und definitiv auch für die Zukunft wachgerüttelt. Deswegen meine Aufforderung an euch: Geht bewusst mit dem Thema Sicherheitsstandards um und schafft euch ein sicheres Umfeld! Das seit Ihr euch und eurem Partner schuldig! Kämpft gegen Routine und Langeweile an und habt ein Auge auf euer Material und auf die fiesen kleinen Fehler im Detail!

Klettern im Ötztal

In den Pfingstferien startet die Leistungsgruppe von Christoph ins Ötztal zum Klettern. Das Wetter war teilweise recht durchwachsen, allerdings konnten wir jeden Tag den den Fels gehen.

Ötztal Oberried

Einige interessante Projekte wurden in diesen Tagen abgehakt. Hier noch Fotos und ein Bericht von Lara, die nach dem Ötztal immer noch nicht genug hatte und gleich noch in Finale Ligure weitergeklettert ist:

Trainingslager im Ötztal und Erholungsurlaub in Finale Ligure

In der ersten Woche der Pfingstferien ist unsere Leistungsgruppe ins Trainingslager ins Ötztal gefahren. Als wir am Montag ankamen schlugen wir gleich unsere Zelte auf und sind dann nach Oberried zum Klettern gegangen. In den ersten zwei Tagen musste ich mich noch an den Fels gewöhnen und konnte zwei Touren die ich dort projektiert hatte, leider nicht durchsteigen. Am dritten Tag gingen wir an die Engelswand an der ich „Babylon“ (7b, 35m ) versucht hab. Im ersten Versuch, ich war schon im oberen Viertel der Tour, fing es an zu regnen. Die meisten Griffe und Tritte waren dann nass, da die Tour am Ende flacher wird. Deswegen konnte ich sie an dem Tag leider nicht mehr klettern, doch dafür die „Atlantis“ (7b ) im Onsight. Und am letzten Tag hab ich dann Babylon doch noch im zweiten Versuch abgehakt. Mit dem Wetter hatten wir Glück, es  war zwar ziemlich kalt und wolkig , aber nicht so regnerisch, wie es der Wetterbericht vorhergesagt hat.

Lara

Trotz der angenehmen Klettertemperaturen in Österreich, hab ich in der zweiten Ferienwoche das Wetter in Finale Ligure genossen. Dort war ich immerhin zwei Tage klettern weil ich dann krank wurde. Aber am ersten Klettertag konnte ich am Terminal „Nino E Aquino“ (7b+) und „Lester Person“  (7c) beide im zweiten Versuch durchsteigen. Am zweiten Tag hab ich die „E.VENIZELOS“ (7c) im zweiten Versuch gehakt. Die restlichen Urlaubstage musste ich mit Halsweh, aber zum Glück spannenden Buch, am Campingplatz verbringen.