Beat Philipp-KRAFTWERK Flash Session Juni

Wir gehen in die 3. Runde unserer Flash Session mit 4 Wertungsgruppen Profi/Amateur W/M, mit anschließendem Grillen. Kommt vorbei wir freuen uns auf euch.

Information zum Ablauf:

Start 16 Uhr im offenen Modus bis ca. 20 Uhr.

Es werden in der ganzen Halle verteilt gelbe Boulder neu geschraubt. In 4 Stunden könnt ihr dann alles niederringen was geht und in einen Laufzettel eintragen. Ihr könnt maximal 15 Boulder eintragen, es gibt aber vielleicht a paar mehr. A bisal Taktik ist also gefragt, denn jeder Boulder der probiert wird, muss auch eingetragen werden egal ob er geschaft wurde oder nicht.Wenn das Wetter wieder mitspielt dann bringt doch a Grillage mit, dann schmeißen wir wieder anschließend den Grill an.

26.01.18 Babsi Zangerl in the house – get inspired!

Programm:
ab 10 Uhr schraubt Babsi mit uns Boulder, „vom Mädel für Mädels“, wer will kann uns gern dabei über die Schulter schauen, nebenher Bouldern usw.
ab 15 Uhr gibt Babsi einen Boulder- und Trainingsworkshop
(Anmeldung im KRAFTWERK, gebt Gas, wir limitieren auf 12 Teilnehmer! Kosten: 50.-€)
ab 19 Uhr hält Babsi dann noch einen Hammer-Impulsvortrag über die letzten Aktionen (Eintritt: 8,-€)
danach gemütlicher after work cool down…

Ab jetzt mit vollem Durchblick! – Bergsport mit und ohne Brille

Vor Kurzem ließ ich mir meine Augen lasern und kann nun ohne Brille oder Kontaktlinsen in den Bergen unterwegs sein. Hier meine Erfahrungen dazu, die auf der Homepage des Augen-Versorgungs-Zentrums Weilheim erschienen sind:

Ich bin Berufs-Bergführer, leidenschaftlicher Kletterer und Betreiber einer Kletterhalle. Damit dreht sich mein Alltag um Bergsport und ich tue das was die meisten gelegentlich oder Hobby-mäßig betreiben, so gut wie jeden Tag. Über den Winter sind es viele, viele Skitouren- und Eisklettertage oder Ausbildungs- und Trainingseinheiten, im Sommer reihen sich Sportklettern, Alpinklettern und Hochtouren nahtlos aneinander. Und damit es ja nicht langweilig wird werden noch Kletterhallenrouten geschraubt, Montagen und Wartungen durchgeführt und zu guter Letzt noch neue Routen am Fels erschlossen und geklettert.

Ich liebe dieses Leben, von einem Bürojob habe ich mich erfolgreich und so weit wie möglich ferngehalten, jeden Tag mittendrin statt nur dabei! Natürlich bringt dieser Lebensstil auch jeden Tag Schweiß, Staub, Schmutz, Dämmerlicht, Regen, Nebel, Frost, etc. mit sich. Und das (bis gestern!) mit Brille oder eben Kontaktlinsen. Irgendwie hatte ich mich, seit in der siebten Schulklasse die Sehhilfe für mich nötig wurde, damit abgefunden und arrangiert. Aber irgendwie war es auch etwas, das mich Tag für Tag gestört hat, mal mehr, mal weniger. Beschlagene oder verstaubte Brillengläser, vereistes Kontaktlinsen-Pflegemittel, verlorene und verrutschte Kontaktlinsen oder sündhaft teure Sonnenbrillen mit Schliff oder Einsatz, die Liste der Kompromisse ist lang aber lange Zeit war das eben einfach so.

Bereits vor zehn Jahren hatte ich mich über die Möglichkeit einer Augenkorrektur mit Laserbehandlung informiert, aber damals änderte sich meine Stärke noch ein wenig, die Behandlungsmethoden hörten sich, im Vergleich zu heute, noch etwas rustikal an und ich war ja auch gerade Anfang zwanzig. Über die Jahre unterhielt ich mich aber immer mal wieder mit Patienten und Ärzten und informierte mich über die Fortschritte der Behandlungstechniken. Jetzt, im Herbst 2013 kamen mehrere Dinge zusammen. Eine neue Brille wäre nötig geworden, wieder rund tausend Euro für eine ungeliebte Sache. Ein „Beinahe-Unfall“ durch eine beschlagene und vollgetropfte Brille. Mein kleiner Sohn war nun alt genug um mir wirklich täglich mit Freude im Spiel die Brille vom Gesicht zu reißen und zu guter Letzt und ganz ehrlich: ein sehr gutes Geschäftsjahr hatte die geheime Spardose für diesen Zweck vervollständigt.

Am Ende lief dann alles recht zügig: Eine Bekannte empfahl mir wärmstens das AugenVersorgungsZentrum und Dr. Pfäffl, was die Orientierung im Google-Dschungel doch deutlich erleichterte. Ein sehr ausführliches und gutes Beratungsgespräch überzeugte mich restlos in der Entscheidung, die momentan bestmögliche Behandlungsmethode zu wählen. Und schon eine Woche später war dann der große Tag, es war wirklich noch ein Termin frei, so konnte ich mir erstens mein schönstes Weihnachtsgeschenk machen und zweitens werde ich gleich die komplette anstehende Wintersaison 13/14 „ohne“ angehen.

Christoph Gotschke

Offen gestanden war ich in der Woche zwischen dem letzten Beratungstermin und dem Behandlungstag aufgeregt wie selten zuvor, allerdings keine negative Aufregung, sondern eher eine Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und Anspannung. Wie vor einer lang ersehnten anspruchsvollen Tour eben. Am Behandlungstag selber ging`s dann zum Glück absolut zügig und reibungslos. Ehrlich gesagt gibt es zwar angenehmere Situationen wie unter dem Laser zu liegen, aber das Team um Herrn Pfäffl, die ruhige, konzentrierte Routine und Professionalität und natürlich die Schnelligkeit der Behandlung ließen keinen großen Stress entstehen. Und der absolute Hammer kam ja direkt im Anschluss, kaum war ich aufgestanden, konnte ich den Umständen entsprechend sehr gut sehen. Natürlich war ein vollkommen normaler leichter Nebel und leichte Irritationen vorhanden aber ansonsten konnte ich ohne Schwierigkeiten sehen und das keine Minute nach dem Laser-Eingriff! Noch während der Heimreise und am Abend wurde es stündlich immer noch besser und jetzt, am nächsten Morgen, ich fahre gleich (selbst und ohne Brille) zur ersten Nachuntersuchung, bin ich beschwerdefrei. Bei mir sind, vermutlich durch die absolut perfekte Behandlung, Reizungen und sonstige Komplikationen ausgeblieben, lediglich um Leuchtquellen sehe ich noch einen kleinen Schimmer. Ein Nicht-Brillenträger kann sich die Erleichterung und Freude gar nicht vorstellen, die ich momentan spüre. Und ein bisschen „das gibt’s doch gar nicht“ ist auch noch dabei. Ich werde gleich heute Nachmittag mal intensiv testen, wie es denn so beim Klettern ist…

Zwei Wochen später, Anfang Januar: Normalerweise gewöhnt der Mensch sich ja recht schnell an Neues und was gestern noch ganz besonders war ist heute schon selbstverständlich. In diesem Fall ist es -zum Glück- nicht so. Noch immer geht morgens der erste Handgriff zum Nachttisch und sucht die Brille. Beim Rucksackpacken will man kaum glauben, dass einfach keine Hilfsmittel gebraucht werden. Und beim Outdoor-Sport, sei es Trail-Läufe, Skitouren oder Felsklettern, ist die neue Lebensqualität einfach zu eindrücklich um selbstverständlich zu sein.

Auch keinesfalls selbstverständlich war die erstklassige und professionelle Betreuung und Beratung, die ich bei Dr. Pfäffl genießen durfte, vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Ich wünsche allen ein Gutes Neues 2014 und immer guten Durchblick!

Christoph

 

Füssen Files 2013 – Klettertagebuch C. Gotschke

Was anfänglich nach einem intensiven Arbeitsjahr mit wenig Gelegenheit für große Projekte oder Reisen aussah, entwickelte sich überraschend gut und – für meine Verhältnisse – zu einem super Kletterjahr. Ein voller Terminkalender mit rund 150 Bergführertagen, dem zeitintensiven Betrieb der Kletterhalle und natürlich dem wunderschönen Leben als Familienvater brachte mich zu der Notwendigkeit, sozusagen zu der Vorgabe 2013, so effizient wie möglich zu trainieren und zu klettern. Was lag da näher als sich Projekte rund um Füssen zu suchen, dadurch Zeitverlust durch Autofahrten gleich null und die Möglichkeit zu nutzen, auch mal alleine in den Routen bouldern und trainieren zu können. Ein weiterer sehr positiver Einfluss war der Um- und Ausbau der Trainingsmöglichkeiten im Kletterzentrum Allgäu, der Kraftraum setzt neue Maßstäbe für effizientes und spezifisches Krafttraining! Ein Blick in den Führer ließ mich auf spannende Tage hoffen und Gespräche und Recherchen motivierten zusätzlich, es gab die Chance auf erste Wiederholungen, erste Rotpunkte, Erstbegehungen und weiteren kreativen Spielraum.

Ende April. „Total verbohrt!“, Mitterseewand,  (9+/10-)

Bei einem Spaziergang mit dem Balu (und einem Kletterführer) fällt mein Blick auf ein vor Jahrzehnten aufgegebenes Projekt, das etwas abseits des Kletterrummels und zugegeben nicht gerade einladend vor sich hinschlummert. Und aus einem ersten Test, neugierigem Putzen und Vegetation-Entfernen werden drei intensive Bouldersessions zuerst mit Bouldermatten so hoch ich mich traue (also bis zum dritten Haken), danach mit dem GriGri. Es entsteht eine extrem bouldrige 8a mit recht hohem Fehlerpotential, vor allem aber motiviert die Begehung für mehr Abenteuer vor der Haustür. Der Durchstieg und damit die erste Rotpunktbegehung glückt nach einem Tessin-Kurztrip mit schnellen Begehungen von Bouldern im Bereich 7B/+, die mich in dem Bewertungsvorschlag bestätigen.

Christoph

Mitte Mai. „Ist das Kunst oder kann das weg?“, Mitterseewand, (9/+)

Am gleichen Fels gab es ein weiteres offenes Projekt. Nach einer intensiven Bouldersession und einer Verlängerung der Linie ging es diesmal recht zügig, im ersten ernsthaften Go fällt sie und fühlt sich überraschend leicht an.

Mitte Juni. „Runde Sache“, Tennisplatzwand (10-)

Ein rekordverdächtig nasser Mai geht in einen etwas besseren Juni über. Die Frust-Trainings im Kraftraum, das abendliche Training auf Hütten (mit mitgenommen Trainings-Tools) und ein Kurztrip ins Ötztal zeigen Wirkung: die zweite Wiederholung seit 1999 gelingt beim ersten ernsthaften Versuch in der zweiten Session in der Tour. Ernst Gamperl, der Erstbegeher dieser super Linie erzählt mir von den „goldenen Zeiten“ und der damaligen Aufbruchstimmung. Ich lasse mich direkt anstecken und empfinde großen Respekt vor den Jungs, die damals aktiv waren. Ernst empfiehlt mir eine Tour an der Schatzkiste, die noch keine Wiederholung hat, aber die muss erstmal warten. Mir kommen vorerst zwei entzündete Ellenbogen und eine Bergführer-Hochsaison dazwischen. Am einzigen Tag, an dem es gehen könnte, werden meine Expressen geklaut und ich muss ohne einen Zug zu klettern wieder nach Hause. Aber das ist eine andere Geschichte …

Mitte September. „Methadon“, „Arbeitslos + “, „Runde Sache +“ (alle 10-)

Die Saison neigt sich dem Ende. Meine Motivation wieder schwer zu klettern, steht in absolutem Unverhältnis zum Wetter. Es schüttet und ich flüchte in den Kraftraum und in den scheinbar einzig trockenen Platz der Region, den CarpeDiem-Sektor am Kraftwerk. Um endlich wieder Felsgriffe durchzureißen, klettere ich mal wieder die direkte „Nichts für alte Herren“ (9+/10-), dabei fällt mir die  Möglichkeit einer spannenden Verbindung auf. Einstieg über den Schreibtischlocal, Transfer in die Crux der direkten „Nichts für alte Herren“ und über diese hinaus. Die saisonbedingten Butterfinger und die anhaltenden Schwierigkeiten zwingen mir tatsächlich drei Sessions auf, dann klappt es aber und aus einer Trainings-Kombi wird eine richtig gute 10-, „Methadon“!

Methadon

Scheinbar war die Beschäftigung mit meiner Ersatzdroge wirklich gutes Training. Nach einer endlosen Putz- und Dechiffrier-Session und einem gemeinsamen Basteltag mit Thoma,s gelingt die erste Wiederholung einer knallharten Oldschool 10-, der Route „Arbeitslos“ an der Schatzkiste. Weil es gerade so schön ist, klettere ich sie noch über den Ausstieg der benachbarten „Phantast“ zu Ende. So bleibt ein bisschen mehr Zeit zum Geniessen und Fürchten.

Auf der Suche nach dem nächsten Level, erstbegehe ich zwei Tage später noch eine Verlängerung der „Runden Sache“. Sie wird aber nur schöner und länger, leider nicht schwerer. Trotzdem ein schönes Erlebnis, wenn nach drei Monaten das Programm nochmal abgerufen werden kann und 10- sich schwer aber durchaus solide klettern lässt.

Dreimal 10- in einer Woche ist ganz nebenbei auch gut fürs Ego und tierisch motivierend.

Mitte November. „Unerbittliche Kraft des Abends +“, Mitterseewand (10-)

Eine weitere Rechnung konnte ich erst einen Monat später begleichen. Während die anderen Routen dieses Jahr zwar technisch sehr schwer und komplex waren, kam hier ein deutlich höherer athletischer Anspruch dazu. Steiler, ausdauernder und pressiger bei gleicher Fehleranfälligkeit, ein ums andere Mal fand ich mich im Seil hängend wieder. Wie die Bewertung 9+ in den Führer kam, konnte mir auch niemand sagen, aber eins ist klar: die unerbittliche Kraft ist keinen Grad leichter als die anderen Benchmarks im unteren zehnten Grad, sondern mindestens genauso schwer. Vielleicht sind auch Griffe gebrochen oder ähnliches? In jedem Fall eine super Kletterei und als das Thermometer endlich unter 10 Grad rutscht und nicht nur in den Unterarmen Topverhältnisse herrschen, kann ich dieses Trauma beseitigen. Auch hier wird die Verlängerung der Route bis ganz oben nicht schwerer, nur schöner und logischer.

Ende November. „Sub Zero“, Mitterseewand (10-)

Im Herbst hatte ich an der Mitterseewand einige Neutouren eingebohrt, die meisten davon leicht und recht nett, gerade richtig zum Aufwärmen für Schwereres. Bis auf eine Linie: Irgendwie war mir beim Einbohren nicht aufgefallen, dass sich in dem ansonsten netten Neuner knapp drei Meter griffloses Gestein versteckten. Aus dem eben schnell Herzocken werden drei intensive Putz- und Bouldersessions, die Schlüsselsequenz wird nach dem Ausbouldern der Einzelzüge an der Schwenkwand nachgebaut und trainiert und ich warte auf  kalte und knochentrockene Bedingungen, um die reibungsarmen und scharfen Griffe halten zu können. Bei Minusgraden und leichtem Schneefall geht der Plan auf: Ein scheußlicher Neuner mit verstecktem 7B/+ Boulder ergibt am Ende eine 10- Erstbegehung (viel Spass allen Kletterern unter 1,90m!). In die Freude nach dem Durchstieg mischt sich eine aufkeimende Frustration, denn insgeheim hatte ich gehofft, mit dieser Tour in den glatten Zehner zu kommen, musste aber feststellen, wieder „nur“ daran gekratzt zu haben. Die Suche muss weitergehen.

Mittersee

Anfang  Januar. „Chikara“, Mitterseewand (Vorschlag: 10/ 8a+/8b)

Die Suche dauert nicht allzulange. Eine (fast) ergebnislose Aktion im Schneeregen an der Trimm-Dich-Wand (ein 50 Meter Neuner ist eben nicht ganz ergebnislos …) und vier gesetzte Bolts später habe ich bekommen, um was ich gebeten habe. Während meinen Versuchen in der „Unerbittlichen Kraft“ hatte sich mir eine Erweiterung der Tour aufgedrängt. Ein Start an der tiefstmöglichen Stelle rechts unterhalb ergibt einige Meter mehr Zustiegsgepumpe, der wesentliche Teil änderte sich aber oben. Wo vorher mit großer Erleichterung der Umlenker eingehängt wurde, gehts jetzt nochmal richtig zur Sache. Eine leicht abfallende Querung mit absolut abgefahrenen Zugabfolgen und einem dynamischen Abschlusszug erschließt eine fast grifflose Wandpartie und führt zu den letzten Sloper-Zügen zum Umlenker nahe der Nachbarroute („?“).

Was auf dem Papier recht logisch nachvollziehbar („halt nochmal schnell die „unerbittliche Kraft“ klettern mit bisschen was davor und dann noch schnell einen 7B+ Boulderquergang und paar Züge 9- klettern“) aussieht, entpuppte sich zu einem absoluten Horror: Zuerst wollte sich partout keine Lösung für die Querung ergeben, erst recht keine, die ich mir nach einer ausgewachsenen 8a/+ vorstellen konnte, dann kamen zwei Griffausbrüche, deutlich zu kalte Temperaturen (Monsterabflüge beim Klippen mit eiskalten Fingern) und später (an Weihnachten!) eine überschwemmte Route durch Schmelzwasser dazu. Ich versuchte trotz allem nicht vollkommen durchzudrehen und ließ das neue Jahr kommen. Während ich als Kursleiter einen Wochenkurs bestritt und bewusst nicht kletterte, trocknete tatsächlich die Wand und die Motivation stieg parallel zum Thermometer wieder auf Rekordwerte.

Bei der ersten Gelegenheit stand ich wieder am Wandfuß, wärmte mich auf und verabschiedete mich von Katharina mit den Worten „ich boulder‘ nochmal kurz rein, bisschen Züge einüben“. Viereinhalb Minuten später hatte ich den Topgriff in der Hand, im Durchstiegmodus die letzte Sicherung weit überklettert und das komplette Faulenbacher Tal dezent wissen lassen, dass ich das letzte Mal hier klettern war!

„Chikara“ ist gefühlt ein gutes Stück schwerer als alles, was ich bisher mit Seil geklettert bin, gerade im Vergleich zu den anderen Touren der Region in ähnlichem Stil. Der Durchstieg war trotz Top-Verhältnissen, gutem Programm, guter Form und Megamotivation an vier Stellen haarscharf. Für mich ganz persönlich ist diese Begehung ein echtes Highlight und das Ergebnis eines langen und spannenden Prozesses!

„Chikara“ kommt aus dem Japanischen, und bezeichnet in einem Wort Eigenschaften wie Kraft, Mut, Kampfgeist und Wille!

2014 hat für mich als Kletterer also recht positiv angefangen! Ich wünsche Euch ein gutes Neues und ein super Kletterjahr mit tollen Erlebnissen und Begegnungen.

Bleibt neugierig, trainiert hart und klettert clever!

Choucas

 

 

 

 

 

 

 

Ein Auge auf’s Detail!

Vor einigen Wochen erschütterte der tragische und fatale Unfall des italienischen Jungstars Tito Traversa die Kletterszene. Wir waren gerade erst von einem Klettercamp mit unserer Kletter- und Trainingsgruppe mit Kindern und Jugendlichen im gleichen Alter zurück und so war die Nachdenklichkeit und Erschütterung nochmal eindrücklicher. Ein kleiner Fehler, der absolut jedem passieren könnte, eine dramatische Verkettung von unglücklichen Zufällen und aus einem fantastischen Sport wird ein absoluter Alptraum, ein Leben endet zu früh und Menschen werden nie wieder lachen können …

Nun werden sicher wieder besonders Schlaue in Gesprächen und Foren von sich geben, dass das mit einem ordentlichen Partnercheck nicht passiert wäre!

Aber: Kein Mensch hat bis jetzt vor dem Start eines jeden Klettertages jede seiner Expressen geprüft, geschweige denn sein restliches Material. Auf Kursen und Lehrteams-Veranstaltungen und natürlich erst recht im Kletteralltag in unserer Halle und in den Gebieten der Region sieht man jeden Tag Sicherungsfehler und Fehlanwendungen, veraltetes, verschlissenes Material und einen sehr laxen Umgang mit Empfehlungen, Standards und Lehren. Eine permanente Paranoia und Misstrauen kann keiner wollen, wir gehen ja schließlich zum Spass klettern! Aber neben dem standardmäßigen und präzisen Anwenden von risikominimierenden Strategien (Partnercheck etc.) müssen wir zusätzlich bei uns und in unserer Umgebung auf die versteckten und tückischen Details achten. Gerade bei absoluten Routine-Handlungen!

Die letztendliche Motivation auf dieses Thema hier einzugehen, gab übrigens ein kleines aber doch sehr wachrüttelndes Erlebnis in der letzten Woche. Ich habe momentan fast jeden Tag Kletterausrüstung in Verwendung, sei es privat, auf Führungen oder zum Erschließen von Klettergartenrouten oder Wartungsarbeiten in der Halle. Und so unangenehm es auch ist dies zuzugeben, es schleicht sich eine gefährliche Routine ein:

Klettergarten Zamonien in Füssen. Ausbouldern einer Route im Bereich 8a, vierter Haken. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon dreimal im Seil gesessen. Mein Sicherungspartner erschrickt und bittet mich, mich zu fixieren. Da ich ihm zu 100% vertraue, reagiere ich sofort und fixiere mich ohne Rückfrage und Zögern mittels einhändigem Mastwurf auf die nächste Expresse. Das GriGri, das wir in Verwendung haben – mein absolutes Lieblings-Sicherungsgerät, ist falsch einlegt! Aber nicht das Seil im Gerät, sondern das Gerät im Karabiner. Kollegen haben mir davon schon erzählt, nun passiert es mir selber. Wir lösen das Problem und klettern weiter. Die „Schuld“ dafür nehme ich voll auf mich, das hätte ich beim Partnercheck sehen müssen. Ich bin froh, einen Partner zu haben, den eine ungewohnte Haptik und ein ungewohntes Klappern alarmiert haben und nochmal ohne blaues Auge etwas gelernt haben zu dürfen. Nicht auszudenken, was beim Ablassen aus großer Höhe oder durch einen kleinen Seilkrangel hätte passieren können.

Ein tückischer kleiner Fehler, zum Glück mit einem sehr fehlerverzeihenden Gerät! Die Bilder zeigen gut, dass es tatsächlich einen sehr präzisen Blick braucht um diesen Fehler zu sehen, gerade wenn das Gerät mit der Hand teilweise verdeckt ist.

GriGri Sicherungsfehler GriGri Sicherungsfehler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses eigentlich kleine Ereignis hat mich an diesem Tag und definitiv auch für die Zukunft wachgerüttelt. Deswegen meine Aufforderung an euch: Geht bewusst mit dem Thema Sicherheitsstandards um und schafft euch ein sicheres Umfeld! Das seit Ihr euch und eurem Partner schuldig! Kämpft gegen Routine und Langeweile an und habt ein Auge auf euer Material und auf die fiesen kleinen Fehler im Detail!

Alles Gute an Julia und Martin!

Während uns die Sommersaison voll im Griff hat – zum Glück momentan bei sehr guten Verhältnissen und Traumwetter – gab es letzten Freitag eine sehr schöne Abwechslung zu den „üblichen“ (was ist schon üblich) Führungs- und Ausbildungstagen.

Klettertour am Aggenstein

 

Von langer Hand inszeniert und vorbereitet, machte Martin seiner Julia vor einer Traumkulisse einen wunderschönen Heiratsantrag!

Was hat das mit der Bergführen und Kletterschule zu tun? Tja, der Heiratsantrag fand während einer Führungstour statt, und zwar am letzten Standplatz einer alpinen Kletterroute am Aggenstein. Am Vortag hatte ich dort schon ein Depot mit den nötigen Utensilien angelegt: Sekt, Gläser, Dekoration, keine halben Sachen eben! Bei Martins erster Anfrage habe ich mich besonders gefreut, da ich in Sachen alpiner Heiratsanträge quasi Voll-Profi bin – meine Frau kann das bestätigen. Trotzdem war ich recht gespannt, da ja bei solchen Aktionen schon ein paar Sachen stimmen müssen, bei Regen oder Gewitter klettert es sich schlecht, einen alpinen Heiratsantrag macht man dann erst recht nicht … Umso schöner war es, dass von der Einführung ins alpine Klettern über die gemeinsame Tour bis zu einer gelungenen Überraschung und dem abschließenden „Ja“ alles wunderbar geklappt hat!

Leider musste ich mich dann recht zügig verabschieden, ich hatte den Termin recht kurzfristig in einen gut gefüllten Sommerkalender gefügt und musste in den Wilden Kaiser wechseln.

Deswegen auf diesem Weg noch einmal:

Ich wünsche euch beiden eine glückliche gemeinsame Zukunft!

 

 

Wettkampfserie Kletterfieber 2013: Dreimal 1. Platz!

Am 29. Juni 2013 ging in Kempten das diesjährige Allgäuer Kletterfieber zu Ende. Aus unserer Trainingsgruppe konnten sich drei Kletterer in der Gesamtwertung in ihren Altersklassen ganz vorne platzieren. Bei der Jugend 2 weiblich sicherte sich Vera Bakker den 1. Platz, ihr Bruder Maurits Bakker gewann die Gesamtwertung Jugend 2 männlich. Bei der Jugend 1 männlich setzte sich Tobi Kern in der Gesamtwertung durch und belegte Platz 1. Gratulation!

 

Kletterfieber Gesamtsieger

„Dem besten Sport der Welt verschrieben“ – Lara Neumeier

CHOUCAS ist Kletter- und Bergsport! Wir wollen euch hier Athleten vorstellen, die unsere absolute Begeisterung für den Bergsport teilen und sich mit Begeisterung und Motivation immer neue Ziele setzen. Eine junge, sehr erfolgreiche Athletin ist Lara Neumeier, die bei uns hier  im Kletterzentrum Allgäu trainiert. Bei vielen regionalen und nationalen Wettkämpfen ist sie auf den vordersten Plätzen dabei. Daneben hackt sie immer wieder anspruchsvolle Projekte am Fels ab. Hier stellt sie sich kurz vor:

Mein Name ist Lara Neumeier und ich komme aus Steingaden. Ich habe mich seit zweieinhalb Jahren dem besten Sport auf der Welt verschrieben: Dem Klettern!

Lara

Weil ich schon immer viel Sport gemacht habe und regelmäßig im Urlaub mit meinen Eltern Klettern war, hatte ich große Motivation zu klettern und bin dem Schulklettern beigetreten. Kurz darauf hat mich mein Trainer Christoph Gotschke  in seine Leistungsgruppe aufgenommen. Wir trainieren zwei Mal pro Woche im Kletterzentrum in Rieden und gehen regelmäßig auf regionale und nationale Wettkämpfe. Am liebsten aber klettere und bouldere ich draußen am Felsen in der Natur und in der Sonne. Die Unterstützung meines Trainers und der Leistungsgruppe hat mich bis jetzt sehr weit gebracht und ich hoffe, dass es weiterhin so bleiben wird.

 

Forscher warnen: Neue Kletterfieber-Infektionswelle kommt auf uns zu!

Bereits in den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Klettern mit dem Kletterfieber-Virus infiziert. Der Virus machte dabei vor keinem Alter, Geschlecht und Kletterniveau halt. Die Betroffenen zeigten alle ähnliche Symptome: Adrenalinschübe, müde Arme und Glücksgefühle verbunden mit dem unbezwingbaren Drang, in Wettkampfrouten einzusteigen (wir berichteten).

Forscher rechnen auch im Frühjahr und Sommer 2013 wieder mit zahlreichen Infektionen. Dr. C. Gotschke vom Kletterzentrum Allgäu warnt: „Unsere intensive Forschungsarbeit über mehrere Jahre hinweg zeigt eindeutige Ergebnisse: Hier in Rieden am Forggensee rechnen wir mit einem Ausbruch des Virus am Samstag, den 20.4.2013. Weitere stark gefährdete Zentren sind unseren Auswertungen nach in diesem Jahr Kaufbeuren, Kempten und Sonthofen. Unser Team arbeitet auf Hochtouren, um alle Betroffenen rechtzeitig über aktuelle Maßnahmen auf dem Laufenden zu halten. Bis dahin können wir nur eines empfehlen: „Immer gut festhalten!“

Kletterfieber