Ab jetzt mit vollem Durchblick! – Bergsport mit und ohne Brille

Vor Kurzem ließ ich mir meine Augen lasern und kann nun ohne Brille oder Kontaktlinsen in den Bergen unterwegs sein. Hier meine Erfahrungen dazu, die auf der Homepage des Augen-Versorgungs-Zentrums Weilheim erschienen sind:

Ich bin Berufs-Bergführer, leidenschaftlicher Kletterer und Betreiber einer Kletterhalle. Damit dreht sich mein Alltag um Bergsport und ich tue das was die meisten gelegentlich oder Hobby-mäßig betreiben, so gut wie jeden Tag. Über den Winter sind es viele, viele Skitouren- und Eisklettertage oder Ausbildungs- und Trainingseinheiten, im Sommer reihen sich Sportklettern, Alpinklettern und Hochtouren nahtlos aneinander. Und damit es ja nicht langweilig wird werden noch Kletterhallenrouten geschraubt, Montagen und Wartungen durchgeführt und zu guter Letzt noch neue Routen am Fels erschlossen und geklettert.

Ich liebe dieses Leben, von einem Bürojob habe ich mich erfolgreich und so weit wie möglich ferngehalten, jeden Tag mittendrin statt nur dabei! Natürlich bringt dieser Lebensstil auch jeden Tag Schweiß, Staub, Schmutz, Dämmerlicht, Regen, Nebel, Frost, etc. mit sich. Und das (bis gestern!) mit Brille oder eben Kontaktlinsen. Irgendwie hatte ich mich, seit in der siebten Schulklasse die Sehhilfe für mich nötig wurde, damit abgefunden und arrangiert. Aber irgendwie war es auch etwas, das mich Tag für Tag gestört hat, mal mehr, mal weniger. Beschlagene oder verstaubte Brillengläser, vereistes Kontaktlinsen-Pflegemittel, verlorene und verrutschte Kontaktlinsen oder sündhaft teure Sonnenbrillen mit Schliff oder Einsatz, die Liste der Kompromisse ist lang aber lange Zeit war das eben einfach so.

Bereits vor zehn Jahren hatte ich mich über die Möglichkeit einer Augenkorrektur mit Laserbehandlung informiert, aber damals änderte sich meine Stärke noch ein wenig, die Behandlungsmethoden hörten sich, im Vergleich zu heute, noch etwas rustikal an und ich war ja auch gerade Anfang zwanzig. Über die Jahre unterhielt ich mich aber immer mal wieder mit Patienten und Ärzten und informierte mich über die Fortschritte der Behandlungstechniken. Jetzt, im Herbst 2013 kamen mehrere Dinge zusammen. Eine neue Brille wäre nötig geworden, wieder rund tausend Euro für eine ungeliebte Sache. Ein „Beinahe-Unfall“ durch eine beschlagene und vollgetropfte Brille. Mein kleiner Sohn war nun alt genug um mir wirklich täglich mit Freude im Spiel die Brille vom Gesicht zu reißen und zu guter Letzt und ganz ehrlich: ein sehr gutes Geschäftsjahr hatte die geheime Spardose für diesen Zweck vervollständigt.

Am Ende lief dann alles recht zügig: Eine Bekannte empfahl mir wärmstens das AugenVersorgungsZentrum und Dr. Pfäffl, was die Orientierung im Google-Dschungel doch deutlich erleichterte. Ein sehr ausführliches und gutes Beratungsgespräch überzeugte mich restlos in der Entscheidung, die momentan bestmögliche Behandlungsmethode zu wählen. Und schon eine Woche später war dann der große Tag, es war wirklich noch ein Termin frei, so konnte ich mir erstens mein schönstes Weihnachtsgeschenk machen und zweitens werde ich gleich die komplette anstehende Wintersaison 13/14 „ohne“ angehen.

Christoph Gotschke

Offen gestanden war ich in der Woche zwischen dem letzten Beratungstermin und dem Behandlungstag aufgeregt wie selten zuvor, allerdings keine negative Aufregung, sondern eher eine Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und Anspannung. Wie vor einer lang ersehnten anspruchsvollen Tour eben. Am Behandlungstag selber ging`s dann zum Glück absolut zügig und reibungslos. Ehrlich gesagt gibt es zwar angenehmere Situationen wie unter dem Laser zu liegen, aber das Team um Herrn Pfäffl, die ruhige, konzentrierte Routine und Professionalität und natürlich die Schnelligkeit der Behandlung ließen keinen großen Stress entstehen. Und der absolute Hammer kam ja direkt im Anschluss, kaum war ich aufgestanden, konnte ich den Umständen entsprechend sehr gut sehen. Natürlich war ein vollkommen normaler leichter Nebel und leichte Irritationen vorhanden aber ansonsten konnte ich ohne Schwierigkeiten sehen und das keine Minute nach dem Laser-Eingriff! Noch während der Heimreise und am Abend wurde es stündlich immer noch besser und jetzt, am nächsten Morgen, ich fahre gleich (selbst und ohne Brille) zur ersten Nachuntersuchung, bin ich beschwerdefrei. Bei mir sind, vermutlich durch die absolut perfekte Behandlung, Reizungen und sonstige Komplikationen ausgeblieben, lediglich um Leuchtquellen sehe ich noch einen kleinen Schimmer. Ein Nicht-Brillenträger kann sich die Erleichterung und Freude gar nicht vorstellen, die ich momentan spüre. Und ein bisschen „das gibt’s doch gar nicht“ ist auch noch dabei. Ich werde gleich heute Nachmittag mal intensiv testen, wie es denn so beim Klettern ist…

Zwei Wochen später, Anfang Januar: Normalerweise gewöhnt der Mensch sich ja recht schnell an Neues und was gestern noch ganz besonders war ist heute schon selbstverständlich. In diesem Fall ist es -zum Glück- nicht so. Noch immer geht morgens der erste Handgriff zum Nachttisch und sucht die Brille. Beim Rucksackpacken will man kaum glauben, dass einfach keine Hilfsmittel gebraucht werden. Und beim Outdoor-Sport, sei es Trail-Läufe, Skitouren oder Felsklettern, ist die neue Lebensqualität einfach zu eindrücklich um selbstverständlich zu sein.

Auch keinesfalls selbstverständlich war die erstklassige und professionelle Betreuung und Beratung, die ich bei Dr. Pfäffl genießen durfte, vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Ich wünsche allen ein Gutes Neues 2014 und immer guten Durchblick!

Christoph

 

Wandern ist des Gotschkes Lust … Teil 3

Durch’s gotische Fenster – Kellespitz Nordabbruch

Bei einer Führungstour an der Kellespitz (Köllenspitze, Köllespitz, je nach Aussprache und Nationalität) lief es dann wieder wie geschmiert. Mit dem Rad (EIGENTLICH) ins Raintal, (EIGENTLICH) kurzer Zustieg zur Wand. Super Tour in Traumkulisse! (EIGENTLICH) kurzer Abstieg und mit dem Rad zum Auto. Wunderbar, aber es geht halt nicht ohne EIGENTLICH: Wenn schon in der Früh beim Hinradeln ein Pedal vom wahnsinnig robusten Fully fällt, wird der Zustieg ein bisschen länger und der Abstieg nicht ganz so genussvoll wie geplant. Aber kein Problem: Eine kleine abschließende Wanderung hat schon auch ihren Reiz!

Deswegen war es fast ein bisschen schade, dass wir bei der Führungstour am Geiselstein zwei Tage später den Bus bei der Kenzenhütte komfortabel erwischten, so ganz ohne abschließende Wanderung war die Spannung irgendwie raus aus dem Thema …

Wandern ist des Gotschkes Lust … Teil 2

Morbus Flattermann – Aggenstein Nordost-Wand

Ein paar Tage nach der Tour mit Heiratsantrag am Aggenstein konnte ich endlich – nach gefühlten 50 Mal daran vorbeigelaufen zu sein – dort eine Route in der beeindruckenden Nordost-Wand klettern. Mit Thomas war der beste Partner am Start, den ich mir dafür wünschen könnte. Wir erlebten einen intensiven und spannenden Tag in einer richtig fordernden Route. Mit neun Seillängen ist sie zwar nicht wahnsinnig lang, fordert aber vom ersten bis zum letzten Meter! Sehr steile, recht anstrengende Kletterei wechselt sich mit etwas leichterer, dann aber alpinerer Kletterei ab und es gibt tatsächlich bis zum Ausstieg wenige Meter, die man mal eben locker dahinklettert. Plaisir ist anders, aber irgendwie stehen wir voll drauf!!! Hut ab an die Erstbegeher, sie hatten ein gutes Auge, um an der Wand eine solche Route zu entwickeln.

Zwei Details kosteten Körner: Ein Verhauer in der 5. Seillänge – offenbar bei dem Versuch einer direkteren Linie zu folgen entstanden – lockte mich in absolutes Horrorgelände mit Kletterei weit von der angegebenen 7- entfernt. Anfangs noch im Onsight-Modus später aus Angst um den Sicherer kämpfte ich bis die Akkus leer waren. Vielleicht sollte ich doch mal moderne Medien zur Recherche vor solchen Tagen nutzen. Die zweite Überraschung folgte am Ausstieg, als Thomas mit Adleraugen messerscharf analysierte: „Du, ich glaub‘ die Bahn hat gerade den Dienst eingestellt!“ Nicht gerade das, was man hören will, wenn man vorhat, genau mit dieser Bahn dem Feierabend-Radler entgegen zu schweben … Aber: Eine kleine abschließende Wanderung hat schon auch ihren Reiz!

Fortsetzung folgt …

Morbus Flattermann Morbus Flattermann

Wandern ist des Gotschkes Lust … Teil 1

Während sich in den letzten Wochen das Thermometer konstant um die 30 Grad Marke eingependelt hatte, an den Badeseen Hochbetrieb war und die Supermärkte Schokolade aus dem Sortiment gestrichen hatten, gab es tatsächlich eine Sache die wunderbar funktioniert hat: Alpines Klettern vorzugsweise in nordseitig ausgerichteten Wänden! Zum Glück konnte ich Seilpartner und Gäste auch von dieser Tatsache überzeugen.

Geh´ zua, Bua! – Aggenstein Nord-West

Vor dem vor kurzem beschriebenen vertikalen Heiratsantrag musste natürlich das Depot mit den Überraschungsutensilien erst mal dort hingeschafft werden. Warum da nicht die Pflicht mit der Kür verbinden und eine schöne Route klettern. Meine Frau war sofort dabei und so wiederholten wir eine Routenkombination, die ich mit meinem Vater entdeckt und geklettert hatte und die wir damals auf den treffenden Namen „Geh´ zua Bua!“ getauft hatten. Sie verbindet geschickt die Routen „Jamarah“,“ ZigZag-Weg“ und einige eigene Meter zu fünf abwechslungsreichen Seillängen bis zum 6. Grad. Erinnerungen an einen tollen Tag vor zwei Jahren vermischen sich mit der Freude, mit meiner lieben Frau unterwegs sein zu können. Nach dem erfolgreichen Heiratsantrag einen Tag später ging es dann ja noch schnell in den Wilden Kaiser und der Aufstieg zur Stripps war eigentlich ideal: Schön warm und steil, gerade unter Zeitdruck eine wahre Freude, denn: eine kleine abschließende Wanderung hat schon auch ihren Reiz!

Fortsetzung folgt …

Aggenstein

 

Alles Gute an Julia und Martin!

Während uns die Sommersaison voll im Griff hat – zum Glück momentan bei sehr guten Verhältnissen und Traumwetter – gab es letzten Freitag eine sehr schöne Abwechslung zu den „üblichen“ (was ist schon üblich) Führungs- und Ausbildungstagen.

Klettertour am Aggenstein

 

Von langer Hand inszeniert und vorbereitet, machte Martin seiner Julia vor einer Traumkulisse einen wunderschönen Heiratsantrag!

Was hat das mit der Bergführen und Kletterschule zu tun? Tja, der Heiratsantrag fand während einer Führungstour statt, und zwar am letzten Standplatz einer alpinen Kletterroute am Aggenstein. Am Vortag hatte ich dort schon ein Depot mit den nötigen Utensilien angelegt: Sekt, Gläser, Dekoration, keine halben Sachen eben! Bei Martins erster Anfrage habe ich mich besonders gefreut, da ich in Sachen alpiner Heiratsanträge quasi Voll-Profi bin – meine Frau kann das bestätigen. Trotzdem war ich recht gespannt, da ja bei solchen Aktionen schon ein paar Sachen stimmen müssen, bei Regen oder Gewitter klettert es sich schlecht, einen alpinen Heiratsantrag macht man dann erst recht nicht … Umso schöner war es, dass von der Einführung ins alpine Klettern über die gemeinsame Tour bis zu einer gelungenen Überraschung und dem abschließenden „Ja“ alles wunderbar geklappt hat!

Leider musste ich mich dann recht zügig verabschieden, ich hatte den Termin recht kurzfristig in einen gut gefüllten Sommerkalender gefügt und musste in den Wilden Kaiser wechseln.

Deswegen auf diesem Weg noch einmal:

Ich wünsche euch beiden eine glückliche gemeinsame Zukunft!