Therapie: Klettern

Zertifikatslehrgang Therapeutisches Klettern an der UMIT

Nach einer sehr guten und intensiven Sommersaison 2014 hatte ich letzten Herbst die Gelegenheit, mal wieder Input für die grauen Zellen zu bekommen, der zwar schon mit Klettern zu tun hatte, aber nicht im für mich alltäglichen Sinn. Ich hatte mich auf eine Ausschreibung hin für einen Lehrgang an der UMIT in Hall/ Tirol beworben, mit dem Ziel, mich im Bereich des Theraputischen Kletterns weiterzubilden und zu qualifizieren.

Im Sog des Boom-Sports Klettern entwickelt sich zunehmend eine Nachfrage im Bereich der therapeutischen Nutzung unseres fantastischen Sports, zum Teil mit tollen und hochwertigen Angeboten zum Teil leider auch eher erzwungen und gepfuscht. Physio-, Sport- und Ergotherapeuten aber auch Psychologen und Sozialpädagogen, eigentlich alle, die mit Menschen arbeiten, versuchen sich in diesem Metier, manche ganz hervoragend manche aber auch ohne Konzept, Ausbildung und ohne selbst im doch recht komplexen Sport Klettern sattelfest zu sein.

Auch ich und mein Team wurden schon für solche Massnahmen angefragt und um nun auch mit richtig Ahnung und nicht nur gutem Willen arbeiten zu können, habe ich diese Zeit und etwas Geld gerne investiert. Die Chancen dieses Zugangs aber auch die Risiken respektlosen Tuns sind Motivation genug, es gleich richtig zu machen!

Und: es war nicht nur richtig gut, mal wieder auf der anderen Seite des Unterrichtsgeschehens zu sein, gerade auch inhaltlich war diese Zusatzausbildung ein echter Gewinn.

Besonders interessant war für mich als Mann der Praxis, der ich zwar jedes Jahr hunderte Stunden und Tage unterrichte, trainiere und mit Menschen beim Klettern umgehe, der Input aus allen Fachrichtungen der psycho- und erlebnistherapeutischen Interventionen.

Außerdem war die Sensibilisierung in Richtung eines empathischen und therapeutischen Umgangs mit Menschen für mich eine Bereicherung, die ich in zukünftigen Trainings und therapeutischen Interventionen enorm gewinnbringend einsetzen kann.

Nicht nur das Endergebnis eines sportlichen Erfolges sondern gerade auch der Weg, der Prozess und das Lernen durch das Klettern bildet den Mehrwert und die Chance für uns!

Ich war zwar schon immer von der Vielfältigkeit und Erlebnistiefe unseres Sports begeistert, die tatsächliche therapeutische Tiefe und Nutzbarkeit wurde mir aber erst jetzt bewußt. Es hat nichts mit Hokuspokus zu tun, aber die Effizienz therapeutischen Kletterns ist sowohl auf physio- und ergotherapeutischer Ebene wie auch im Bereich der psycho- und erlebnistherapeutischen Interventionen schlicht begeisternd.

Und natürlich kann dieser Zugang auch jedem Kletterer der an seine Grenzen stößt, der sich nach einer Verletzung zurückkämpft oder der vielleicht mit Angst und Zweifeln zu tun hat, enorm helfen!

Durch die gute Dosierbarkeit und Vielschichtigkeit eignet sich Klettern unter diesem Blickwinkel für alle von 5 bis 90 Jahren, vom 2. bis zum 11. Grad und von Bewegungsaufgaben in absoluter Bodennähe bis zum Sturztraining mit Athleten.

Es geht schlicht und einfach nicht um Sport, sondern vielmehr um das Erlebnis!

Ich bin dankbar, eine weitere spannende Perspektive gewonnen zu haben und bin hochmotiviert, das bei Trainings für Kletterer und bei therapeutischen Massnahmen durch das Klettern zu transportieren!

Jetzt, einige Wochen und einige Einheiten nach dem Lehrgang kann ich mit gutem Gewissen sagen, und zum Glück geben mir Teilnehmer und Klienten ein entsprechendes Feedback, dass sich meine Art Klettern zu lehren und durch Klettern zu therapieren noch einmal deutlich verbessert hat.

Im Klettern steckt so viel, auch für Dich!

Bleibt neugierig!

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